Forschungsprojekt “Levelkonformes Verhalten”

Den Schwerpunkt „levelkonformes Verhalten“ erforschen wir gemeinsam mit Continental. Sicherheitskritische Situationen zu erkennen und zu überwachen birgt Herausforderungen für Fahrende, insbesondere wenn der Wechsel von Vollautomatisierung, Teilautomatisierung und manuellem Fahren häufig stattfindet.

Ziel ist es, den Fahrenden deutlich aufzuzeigen, in welcher Automatisierungsstufe sie sich befinden und wie sie sich verhalten müssen. Dabei entwickeln wir einen sprechenden Beifahrer, der das Versuchsszenario erläutert, Fragen beantwortet und während der Fahrt zur Verfügung steht. Insbesondere beim Wechsel zwischen den Autonomous Drive Leveln unterstützt unsere KI. 

Forschungsprojekt KARLI: Teilprojekt “Motion Sickness”

Mit der Ford Motor Company untersuchen wir das Thema „Motion Sickness“. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein Zustand, den die meisten schon leidvoll erleben mussten: Übelkeit, Schwindelgefühle oder Kopfschmerzen. Insbesondere, wenn im Auto gelesen wird und sich dadurch der Gleichgewichtssinn und die visuelle Wahrnehmung stark voneinander unterscheiden verstärkt sich der Effekt. In einem automatisierten fahrenden Fahrzeug ist verstärkt mit Motion Sickness zu rechnen. Ziel ist es daher, KI-Algorithmen und MMI-Systeme (Mensch-Maschine-Interface) zu entwickeln, die in der Lage sind, Motion Sickness situationsspezifisch zu erkennen und dessen Auftreten zu reduzieren oder gar zu vermeiden.

Zur Erforschung entwickelten wir sowohl die Sprachelemente als auch einige visuelle Komponenten. Hier werden die Testfahrenden dazu angeregt, in unterschiedlichen Fahrmanövern oder -situationen beispielsweise aus dem Fenster zu schauen, etwas zu lesen und ihren Zustand mitzuteilen. Unsere Sprachassistentin SUSI interagiert in regelmäßigen Abständen mit den Testfahrenden und ermittelt das Motion Sickness Niveau. Die Testergebnisse werden anschließend analysiert und geben beispielsweise über die Auswirkungen der Umgebung Auskunft.

KARLI Halbzeitpräsentation 2023

Forschung live erleben! SUSI&James war bei der  KARLI-Projekt  Halbzeitpräsentation in der Zukunftswerkstatt von Continental in Frankfurt dabei. In Aktion zu sehen waren dort auch unsere sprachbasierten Anwendungen als Teil der KI-Lösungen unserer Partner Ford Motor Company, Continental und die Universität Stuttgart.

Das KARLI-Projekt besteht aus 8 Teilprojekten, 3 davon werden durch unsere Technologie in der Forschung unterstützt. Die aktuellen Zwischenergebnisse zu den Themen „Levelkonformes Verhalten“, „KI-Interaktion“ und „Motion Sickness“ wurden in Fachvorträgen behandelt und konnten darüber hinaus auch direkt in den Testfahrzeugen erlebt werden.

Das intelligente Fahren der Zukunft erfordert die Entwicklung von KI-Systemen, die in der Lage sind, Interaktionen im Fahrzeug personen- und kontextsensitiv auszulösen und dazu beitragen, eine sichere und komfortable Fahrt zu ermöglichen. 

Es war spannend, die Systeme und Sprachinteraktionen live in Testfahrzeugen zu erleben und selbst zu nutzen. Außerdem konnten wir bekannte Gesichter treffen und uns mit Stakeholdern und Entscheidern über ihre Projekte, Visionen und Ziele austauschen. Das gemeinsame Networking ist für uns sehr wertvoll.

Wir freuen uns gemeinsam mit KARLI einen Beitrag zum automobilen Fahren der Zukunft zu leisten.

3 Monate nach dem offiziellen Ende der Pandemie: Marcel Martini blickt auf die Zeit mit Masken, Abstandsregeln und Hygienevorschriften zurück

[Frage] Marcel, du bist Anfang 2021 als Geschäftsführer zur SUSI&James gekommen. Wie sah damals der Alltag aus?

Marcel: Ich weiß, dass es in 2020 Kurzarbeit gegeben hat. Der Einbruch der Auftragslage war deutlich spürbar, letztendlich natürlich bedingt durch die extreme schwierige Situation bei unseren Kunden, beispielsweise aufgrund von Produktionsstops oder auch dem Zusammenbruch von Lieferketten. Heute jedoch zeigt sich, dass die Pandemie sehr eindrucksvoll die Notwendigkeit einer digitalen Transformation von Unternehmensprozessen gezeigt hat, was uns natürlich geholfen hat.

Außerdem hat die Pandemie Unternehmen dazu gebracht, kostensensitiver zu agieren. Das erschwert natürlich grundsätzlich Investitionen, wenn jedoch, wie bei unseren Lösungen ein schneller Return-on-Invest zu erwarten ist, erlebe ich eine hohe Aufgeschlossenheit bei unseren Kunden. Darüber hinaus schaffen flexible und auf den Use-Case angepasste Lizenzmodelle weitere Freiräume.

[Frage] Hat sich durch die Pandemie das Geschäftsmodell verändert?

Marcel: Grundsätzlich nein. Ich glaube, dass Kunden sehr viel sensibler und offener gegenüber Themen im Bereich der Digitalisierung, Prozessbeschleunigung, Effizienzsteigerung, etc. geworden sind. Und genau das ist unser Leistungsversprechen.

Mit der Sensibilisierung ist aber auch ein Stück der Risikobereitschaft verloren gegangen. Heutzutage müssen wir vor der eigentlichen Entwicklung durch einen „Proof-of-Concept“ einen unmittelbaren Mehrwert zumindest plausibilisieren, bevor die eigentliche Entwicklung starten kann. Das ist natürlich nachvollziehbar, verzögert aber unter Umständen den Prozess.

[Frage] Wie hat sich der Umgang mit Unternehmen, Interessenten und Kunden verändert?

Marcel: Die meisten Menschen arbeiten heutzutage im Home-Office. Die Erreichbarkeit ist dabei etwas schwieriger als zuvor. Ein größerer Schmerzpunkt für uns ist aber, dass sich ohne den persönlichen Kontakt nur schwer ein persönliches Vertrauensverhältnis entwickeln kann. Immerhin greifen wir tief in Unternehmensprozesse ein, was ein großes Vertrauen voraussetzt.

Das Vertrauen aufzubauen, war zuvor deutlich einfacher, da man öfter Angesicht zu Angesicht gesprochen, gemeinsam einen Kaffee getrunken hat oder spontan beim Kunden vorbeigefahren konnte. Heutzutage verlaufen die Meetings eher über Teams, Zoom, das Telefon oder wir tauschen uns kurz per Mail aus. Das hat natürlich große Vorteile, ist aber in Punkto Beziehung aufzubauen und Netzwerken ein gewisses Hindernis. Umso wichtiger sind Netzwerk-Events, Messen oder vergleichbare Formate.

[Frage] Unser Produkt Smart Office wurde vor nicht allzu langer Zeit entwickelt. Inwiefern haben die Pandemie und die Notwendigkeit zur Digitalisierung zur Entwicklung beigetragen?

Marcel: Die Pandemie und der daraus entstandene Digitalisierungsdruck haben die Entwicklung des Smart Office zwar beschleunigt, letztendlich ist unsere Lösung aber die logische Antwort auf gängige Marktprobleme: mangelnde telefonische Erreichbarkeit, Fachkräftemangel, ineffiziente Prozesse, etc. Ob die Pandemie der ausschlaggebende Faktor gewesen ist, kann ich nicht beurteilen, aber sie hat zumindest dazu beigetragen.

[Frage] Ist es schwieriger das Produkt heutzutage zu vertreiben?

Marcel: Nicht unbedingt schwieriger, aber anders. Die Vertriebswege haben sich einfach geändert. Die Schwierigkeit besteht darin herauszufinden, welche Bedarfe die Zielgruppe hat und wie man diese am besten anspricht. Häufig erfolgt die Erstansprache per Mail, LinkedIn oder sogar Kalt-Akquise. Vor der Pandemie spielte das persönliche Netzwerken eine größere Rolle.

Umso schöner ist es, bei Veranstaltungen Menschen zu treffen, sich gegenseitig kennenzulernen und auszutauschen. Das letzte solche Event, bei dem wir dabei waren, war das Partner Networking Event  der Zukunftswerkstatt 4.0.

[Frage] Hat sich die Akzeptanz der Endkunden gegenüber KI-Lösungen gewandelt?

Marcel: Es gibt Studien, die zeigen, dass immer mehr Menschen offener gegenüber neuen Technologien sind. Ob das der Pandemie zuzuschreiben ist, wage ich zu bezweifeln. Generell steigt die Akzeptanz gegenüber neuen Technologien stetig, auch durch die derzeitige starke mediale Präsenz. Gleichzeitig gibt es natürlich auch eine gewisse Skepsis bzgl. Kundenzufriedenheit, Nutzerfreudlichkeit, Datensicherheit, etc.  Wir legen jedoch extrem viel Wert auf diese Themen, eine positive User-Experience zu erzeugen ist Kern unserer DNA. Das spiegeln uns auch unsere Kunden wider, was uns sehr freut. Die Endkunden kommen mit der Geschwindigkeit, in der SUSI spricht , sehr gut zurecht. Vor allem, wenn ältere Menschen anrufen, ist das enorm wichtig.

[Frage] Wie sieht die Umsetzungsgeschwindigkeit von Projekt und Produkt heute aus?

Marcel: Mein Eindruck ist, dass sich die Entscheidungswege bei gewissen Themen wieder verlangsamt haben, was aber nachvollziehbar ist, weil er Umsetzungsdruck geringer geworden ist. Während der Pandemie hatten Unternehmen beispielsweise keine andere Wahl, als ihren Mitarbeitenden anzubieten remote zu arbeiten und die dafür notwendigen Voraussetzungen zu schaffen.

Das grundsätzliche Bedürfnis und Verständnis der Notwendigkeit einer fortlaufenden digitalen Transformation besteht, aber nicht mehr mit der Geschwindigkeit von vor 3 Jahren. Gleichzeitig gibt uns das die Möglichkeit, mit unseren Kunden die Anforderungen detailliert zu identifizieren und unsere Produkte und Lösungen daran auszurichten.

Natural Language Understanding (NLU)

Mit NLU können Daten analysiert und ihre Bedeutung durch Algorithmen bestimmt werden, indem die menschliche Sprache in eine strukturierte Ontologie reduziert wird – ein Datenmodell, das aus semantischen und pragmatischen Definitionen besteht. Die beiden Grundkonzepte von NLU sind Absichts- und Entitätserkennung.

Künstliche Intelligenz (KI)

Vereinfacht ausgedrückt ist künstliche Intelligenz (KI) die Fähigkeit eines Computers oder einer Maschine, die Fähigkeiten des menschlichen Geistes zu imitieren. Dieser lernt aus früheren Erfahrungen, Sprache, Entscheidungen und Probleme zu verstehen und darauf zu reagieren.

Oft wird eine große Menge an Daten verwendet, um die KI zu trainieren und Algorithmen zu entwickeln, die diese Fähigkeiten ermöglichen. Diverse KI-Fähigkeiten wie Computervision und Benutzerschnittstellen sind in viele Standardgeschäftsprozesse in Branchen wie Einzelhandel, Finanzen, Gesundheitswesen und Hightech eingebettet.

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